Schlagfertigkeit mit Körpersprache

Es gibt diese Momente, in denen wir am liebsten die Zeit anhalten würden, um in Ruhe zu überlegen, wie wir einem verbalen Angriff schlagfertig begegnen können. Am liebsten so, dass der Gegner reaktionslos im Modder seiner niveaulosen Konversation erstickt. Es fallen uns aber genau in diesem Moment nicht die Worte ein, die uns den schwarzen Gürtel der Rhetorik einbringen würden. Für genau diese Momente habe ich einen körpersprachlichen Tipp für euch. Kein Wort fällt dabei. Es wirkt viel stärker.

„Da vorne gibt es ein Nagelstudio. Die haben sogar offen,“

Dies sprach ein Mann neben mir auf meine Finger blickend, als ich als Zuschauer entspannt bei einem Stadtlauf an der Absperrung lehnte.

Was tun? Was antworten? Außer ihm ins Gesicht zu springen und mit meinen kurzen Nägeln adrette, tiefblutende Furchen quer zu ziehen?

Ich habe einen Trick, wie ich mit Situationen umgehe, die mich zuerst einmal sprachlos machen. Bevor ich ihn euch erzähle, kurz die Art wie ich diese spezielle Nagelstudiosituation gekontert habe. Ich hob betrachtete meine Finger kurz und sprach währenddessen ohne ihn anzublicken: „Ich mag vielleicht nicht die perfektesten Nägel haben…“, dann wendete ich mich ihm zu, blickte ihn fest an, lächelte und hielt ihm meine Hände genau vor sein Gesicht: „…aber dafür habe ich länger Gliedmaßen als Sie.“

 

Schlagfertigkeit mit Körpersprache

Erstens: Ausatmen.

Unter Stress – also immer wenn unser Reptiliengehirn Alarm schlägt – holt sich unser Körper sowieso so schnell wie möglich Sauerstoff. Er atmet ein, um schnell kampfbereit zu sein oder genug Luft zum Wegrennen zu haben. Deshalb ist es wichtig im Moment des Stressempfindens auszuatmen. Das beruhigt.

Zweitens: Blickkontakt halten

Halte Blickkontakt. Wichtig ist, dass du weder böse guckst, noch dabei lächelst. Versuche so empathie- und ausdruckslos wie möglich zu blicken. Ein Blick, der lange und ausdruckslos gehalten wird, verunsichert den anderen. Der Blick ist die kürzeste Verbindung zwischen zwei Menschen, weil er – ausgenommen Körperkontakt – enorm viele Informationen übermittelt.  Die Augen sind der größte Informationsaufnahmekanal, den wir haben.

Um deine innere Haltung nach außen dringen zu lassen, denke „Du arme Wurst“ oder mitleidig „Oh, bitte“.

Drittens: Dein Gegenüber wird reagieren

  1. Er dreht sich irritiert um und geht – Du hast gewonnen.
  2. Er fragt, was das soll. In diesem Fall wirst du völlig verwundert fragen „Was denn?“. Sollte er dann sagen „Du starrst mich an“, wirst du leicht überrascht tun und irritiert den Kopf schütteln „Was? Ich? Nein.“ Sollte er darauf bestehen, dass du ihn angestarrt hast, bleibst beharrlich dabei „Was? Nein.“ – Du hast gewonnen.