Ich habe einen witzigen und sehr wahren Beitrag eines Kollegen gefunden, den ich euch nicht vorenthalten möchte.

Bin ich ein Gewohnheitstier? Ein großer Teil meines Lebens besteht aus der Wiederholung immer gleicher Handlungen. Dienstagmorgen, 8.02 Uhr, ich hänge meine Jacke an den Haken im Flur des Büros, tappe zu meinem Schreibtisch, stelle meine Tasche ab, fahre den PC hoch, gehe zum Kaffeeautomaten und ziehe mir eine Tasse Kaffee. So mache ich es jeden Morgen, an dem ich zur Arbeit gehe. Ich halte mich für einen durchaus reflektierten Menschen. Aber habe ich überhaupt Appetit auf einen Kaffee? Die Frage stellt sich gar nicht.

Die seltsamen Riten des Alltags

Das Kaffee-Ritual ist harmlos, solange mein Magen mitspielt und das Herz/Kreislauf-System intakt ist. Es ist meine Gewohnheit, mich auf diese Weise in den Arbeitsmodus zu versetzen. Unser Tagesablauf besteht aus einer Aneinanderreihung von Gewohnheiten. Manche sind völlig absurd, wenn man darüber nachdenkt. Wie etwa die gewohnte Art, Toilettenpapierrollen am Halter aufzuhängen. Wenn wir zu Hause Besuch haben, entdecke ich hin und wieder, dass „Andersherum-Abwickler“ die Rolle zwanghaft umgedreht haben. Und ich drehe sie genauso zwanghaft wieder auf die „richtige“ Seite. Und welchen Beziehungsstress kann der Umgang mit der Zahnpastatube auslösen: Sind Sie ein Aufroller oder ein Quetscher?

Das Gewohnheitstier in uns

In der weichen Hängematte unserer Gewohnheiten fühlen wir uns gut aufgehoben. Indem sie unbewusst nach einem festen Muster ablaufen, entlasten sie die Kapazitäten unseres Bewusstseins. Grundsätzlich brauchen wir diese Muster, um die Vielzahl von Sinneseindrücken und Handlungsanforderungen im Griff zu behalten. Einige dieser Muster können uns jedoch in der Entfaltung unserer Persönlichkeit einschränken. Eine diffuse Unzufriedenheit macht sich in uns breit. Die Änderung von Gewohnheiten kann uns neue Lebenserfahrungen eröffnen. Gesünder und aktiver leben, zufriedener und entspannter arbeiten – es gibt eine ganze Reihe von Zielen, die sich erreichen lassen, wenn man für eine Zeitlang die Komfortzone verlässt.

Urlaub statt Hundekeks

Nach einem ganz ähnlichen Prinzip wie es der Hundeflüsterer Martin Rütter einsetzt, können wir unserem Gewohnheitstier etwas abtrainieren und etwas Neues vermitteln: Training und Belohnung sind die Mittel der Wahl. Es ist einfacher, sich erst einmal kleine Ziele zu setzen und sich Belohnungen für ihr Erreichen auszudenken.

Wie werde ich zum Beispiel sportlich aktiv, statt nach der Arbeit auf dem Sofa zu sitzen? Mit einem Hundekeks ist unser Gewohnheitstier natürlich nicht zu motivieren. Wie wäre es, sich für die ersten dreimal Sport in der Woche mit einer Süßigkeit zu belohnen, die ohne schlechtes Gewissen vertilgt werden darf. Nach einem Monat gibt es ein Buch, das man schon immer lesen wollte, nach 3 Monaten ein neues Sport-Outfit. Hat man 6 Monate geschafft, belohnt man sich mit einem Wochenend-Urlaub. Ihnen werden garantiert Belohnungen einfallen, mit denen Sie sich motivieren können. Setzen Sie einen schriftlichen Vertrag auf, in dem Sie Ihre Ziele und Belohnungen mit sich vereinbaren. Nach einem halben Jahr müsste der regelmäßige Sport tatsächlich zur festen Gewohnheit geworden sein.

Hindernde Gewohnheiten identifizieren und ändern

Achten Sie einen Tag lang darauf, welche Gewohnheiten Sie haben. Sie werden staunen, in welchem Ausmaß Ihr innerer Autopilot Ihr Leben bestimmt. Fühlen Sie sich unzufrieden, können aber gar nicht so genau benennen, woran es liegt? Überprüfen Sie, welche Gewohnheiten Sie daran hindern, Änderungsbedarf zu erkennen und Veränderungen anzupacken. Dann setzen Sie einen schriftlichen Vertrag mit sich auf: Was will ich mir in welchen Etappen ab- und/oder angewöhnen und welche Belohnungen gibt es für das Durchhalten.

Direkt neben dem Gewohnheitstier haust der innere Schweinehund. Wenn Sie den Vertrag mit sich ernst nehmen, werden Sie seine Lockrufe bald nicht mehr wahrnehmen und durchhalten. Es lohnt sich!

In meinem nächsten Artikel wird es um das Thema Einstellungen gehen. Auch bei unseren Meinungen und Haltungen gibt es noch „Luft nach oben“, um unser Leben positiver zu gestalten.

Ein Gastartikel von Mike Warmeling

Als Inhaber der Warmeling Consulting Unternehmensgruppe entwickelt Mike Warmeling Geschäftskonzepte, die er in Lizenz vergibt. Darüber hinaus schult und coacht er Unternehmerinnen und Unternehmer.